Tourdaten
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Datum Sa 16.08.08, 10:35-20:03
Strecke Hude - Ganderkesee - Groß Ippener - Barrien - Thedinghausen - Achim
  gesamt gefahren
Zeit 09:27:39 04:31:56
Schnitt 8,64 km/h 18,03 km/h
km/Vmax 81,72 km 41,12 km/h
Wetter 0-1 bft NW, 19,4 - 21,6°
sonnig, kaum Wolken
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Teilnehmerliste
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RadlertreffenWildeshauser Geest ’08

Tour durch’s Wildeshauser Geest

Bericht

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Stimmungsvoller Sonnenaufgang

Aufnahmestandort:
N 52° 40′ 30.27″, O 9° 28′ 42.41″
Stimmungsvoller Sonnenaufgang

Konnte ich mich bei den letzten Treffen noch über andere lustig machen, die irgendwelche Pedalen oder Flaschenhalter verloren hatten oder in Zügen randalierten, so bin ich es selbst, über den ich mich dieses Mal auslassen muß. Vielleicht hätte ich in der Nacht vor der Tour besser nicht Olympia geschaut, sondern mehr als 2 Stunden geschlafen. Dann hätte ich sicher besser mithalten können und wäre nicht der Klotz am Bein meiner Mitradler gewesen.

So aber haben mich bereits die ersten paar Schotterwege und leichten Steigungen regelrecht fertig gemacht. Schon nach wenigen Kilometern war der Durchhänger da und ich konnte nur mit Mühe folgen, obwohl das Tempo zwar zügig, aber nicht außergewöhnlich hoch war. Dabei hatte der Tag noch wunderbar begonnen, mit einem malerischen Sonnenaufgang bei leichtem Nebel.

Durch das Naturschutzgebiet Hasbruch

Aufnahmestandort:
N 53° 4′ 0.44″, O 8° 29′ 8.81″
Durch das Naturschutzgebiet Hasbruch

Die ersten 21 km zum Bahnhof in Nienburg konnte ich in frischer Morgenluft bei rund 13° auch noch problemlos runterstrampeln. Von Nienburg ging es dann im Zug über Bremen nach Hude, wo wir unsere heutige Tour starten wollten. Es ging über den Grünen Ring Bremen externer Link durch den Naturpark Wildeshauser Geest externer Link und dann weiter nach Achim, wo unsere Tour nach rund 80 km enden sollte.

Zu siebt machten wir uns also gegen halb elf auf den Weg, bewaffnet mit einer Karte und zwei GPS-Geräten, so daß wir uns garantiert nicht verfahren konnten. Schon direkt hinter Hude geht es entlang des Flüßchens Berne auf wunderschönen Waldwegen Richtung Süden. Insgesamt ist der Streckenverlauf im südlichen Teil des Grünen Rings sehr schön. Die meiste Zeit fährt man abseits der Straßen durch Wälder und Wiesen.

Mühle in Habbrügge, mit eingebautem Standesamt

Aufnahmestandort:
N 53° 2′ 34.29″, O 8° 29′ 0.75″
Mühle in Habbrügge, mit eingebautem Standesamt

Allerdings ist die Wegbeschaffenheit nicht immer optimal, so gab es gerade auf dem ersten Stück zwischen Hude und Ganderkesee jede Menge Schotterstücke und, noch schlimmer, viele gepflasterte Abschnitte, die häufig sehr ruppig sind. Gerade mit dem Trike bin ich da etwas im Nachteil, denn es fährt viel lieber auf glatten asphaltierten Wegen.

Perfektes Wetter

Aufnahmestandort:
N 53° 2′ 17.55″, O 8° 28′ 13.87″
Perfektes Wetter

Das Streckenprofil ist im Gegensatz zum nördlichen Grünen Ring eher hügelig. Es geht zwar nie steil bergauf, aber die ständigen leichten Steigungen und Gefälle sind nun mal doch etwas anstrengender als die topfebene Strecke im Norden von Bremen. Vor allem, wenn man noch viel Müdigkeit in den Knochen stecken hat.

Hinter Ganderkesee wurde es zunächst etwas besser, wir fuhren fast durchweg nur noch auf asphaltierten Strecken, aber nur selten an Land- oder Kreisstraßen, so daß wir nach wie vor vom Verkehr verschont blieben. So kamen wir also zügig nach Groß Ippener, wo wir unsere Mittagspause geplant hatten. Das erste Restaurant hatte allerdings mittags noch geschlossen, ein zweites war hingegen gut gefüllt und hatte auch einen schönen Biergarten.

Wald-Tunnel

Aufnahmestandort:
N 52° 57′ 39.47″, O 8° 34′ 23.14″
Wald-Tunnel

Allerdings hatte das Restaurant eigentlich gar nicht geöffnet, sondern war mit einer großen Geburtstagsfeier belegt. Wir bekamen trotzdem etwas zu trinken und nach kurzer Wartezeit auch ausgiebig zu essen. Natürlich ein Festessen, denn wir bekamen das gleiche, was für die Feier angerichtet worden war. Rindsrouladen, Schweinebraten und Hühnerbrust, angereichert mit Kroketten und viel Gemüse. Nicht gerade die leichte Mahlzeit, die man als Radler sonst ordern würde. Aber es hat ausgezeichnet geschmeckt, also wollten wir uns nicht beschweren.

Radler-Mahlzeit

Aufnahmestandort:
N 52° 57′ 31.44″, O 8° 37′ 2.51″
Radler-Mahlzeit

Und weil es auch noch ziemlich gemütlich war, blieben wir recht lange. Wir gönnten uns 1¾ Stunden Pause bei schönem Sonnenschein. Überhaupt war das Wetter der eigentliche Trumpf heute. Zwar war es mit knapp über 20° nicht sommerlich warm, aber den ganzen Tag schien die Sonne, wobei fast kein Wind ging. Somit waren die gefühlten Temperaturen durchaus sommerlich. Vor allem im Vergleich mit den letzten Tagen, die eher grau, kühl und regnerisch waren.

Nichts für Mehrspurer

Aufnahmestandort:
N 52° 55′ 41.82″, O 8° 41′ 39.72″
Nichts für Mehrspurer

Der weitere Weg über Kirchseelte war zunächst recht gut zu fahren, überwiegend asphaltiert und wir waren ja auch ordentlich gestärkt. Dann allerdings kam die erste richtige Herausforderung für mich am heutigen Tage. Direkt vor Gräfinghausen führt der Radweg über einen Trampelpfad am Rand eines frisch gepflügten Ackers über den Klosterbach. Mit dem linken Rad fast in der Ackerkrume und dem rechten in hüfthohem Gras waren diese 600 m, die zum Schluß auch noch anstiegen, für mich eine kleine Tortur, nach der ich erst mal eine ausgiebige Verschnaufpause brauchte. Da fragt man sich dann doch, ob diejenigen, welche diese Radwege planen und ausschildern, jemals mit einem Rad dort entlang gefahren sind.

Unsere Route, leider nur mäßig ausgeschildert

Aufnahmestandort:
N 52° 55′ 43.25″, O 8° 41′ 47.62″
Unsere Route, leider nur mäßig ausgeschildert

Auch die nächste Höchstschwierigkeit sollte nicht lange auf sich warten lassen. Bereits wenige Kilometer weiter, direkt hinter Fesenfeld, geht es wiederum über 600m auf einem tiefen Sandweg den Hügel hinauf. Dummerweise läßt sich das Trike auf solchen Strecken auch kaum schieben, so daß ich nun endgültig genug hatte. Half aber alles nichts, es bleib noch weitere 1,3 km sandig, nun aber gab es einen schmalen Trampelpfad am Rand als Alternative.

Zumindest erreichten wir kurz danach den höchsten Punkt der Strecke, von wo aus es dann bis nach Achim nur noch bergab bzw. flach weiterging. Auch blieb der Straßenbelag von nun an weitgehend asphaltiert, so daß wir also die schwierigsten Teile hinter uns hatten. Es war also genau die richtige Zeit, uns ein Eiscafé für die nächste Pause zu suchen.

Ja, es ist ein Radweg

Aufnahmestandort:
N 52° 55′ 45.46″, O 8° 43′ 35.52″
Ja, es ist ein Radweg

Das fanden wir allerdings erst rund 20 km später, in Thedinghausen. Es war auch kein richtiges Eiscafé, aber wir konnten draußen sitzen und es gab Eis. Und da wir ohnehin nicht zu früh den Zug Richtung Hannover nehmen wollten, immerhin war dort heute ein Fußballspiel und wir wollten nicht mitten in die Fans geraten, blieben wir fast 2 Stunden dort sitzen.

Die letzten 9 km nach Achim waren dann auch schnell erledigt, durchgehend asphaltiert und bis auf die letzen paar hundert Meter in Achim auch durchgehend flach. Am Bahnhof trennten wir uns dann, Peter und Altje fuhren noch mit dem Rad nach Bremen rein, Christiane nahm den Zug Richtung Hamburg, Mario hatte sich schon in Thedinghausen verabschiedet und wollte die 60 km von dort nach Hause per Rad zurücklegen und Tina, Michael und ich nahmen den Zug Richtung Hannover.

Letzte große Pause

Aufnahmestandort:
N 52° 57′ 49.99″, O 9° 1′ 20.71″
Letzte große Pause

Ab Eystrup fuhr ich dann mit dem Rad nach Hause, was rund 25 km sein sollten. Es wurde gerade dunkel und ich fuhr direkt dem Gespann aus Jupiter und Vollmond entgegen, die dieser Tage recht nah beieinander am Himmel standen. Schon bald viel mir auf, daß mit dem Mond etwas nicht stimmte, schien sich doch eine runde Wolke langsam davor zu schieben. Daß war natürlich keine Wolke, sondern der Beginn einer fast vollständigen Mondfinsternis, die ich während der Rückfahrt ständig beobachten konnte. Da macht sich dann das Liegerad mal wieder bezahlt, weil man keine Nackenschmerzen bekommt, wenn man ständig in den Himmel schaut.

So endet ein schöner Tag

Aufnahmestandort:
N 52° 40′ 30.19″, O 9° 28′ 41.23″
So endet ein schöner Tag

Ganz bis nach Hause habe ich es leider nicht mehr geschafft, denn 5 km vor dem Ziel war auf einmal das Hinterrad platt. Da ich keine Lust hatte, bei Dunkelheit das Hinterrad auszubauen, ließ ich mich also mit dem Auto abholen. Das gab mir zumindest noch die Gelegenheit, Zuhause mit dem Stativ ein schönes Foto von der Mondfinsternis zu schießen. Obwohl auch das erste Foto davon, noch unterwegs ohne Stativ geschossen, auch nicht so schlecht geworden ist.

Wieder mal kann ich als Fazit nur ziehen: es ist eine sehr schöne Tour gewesen. Auch wenn ich etwas geschwächelt habe und die Wege teilweise grenzwertig waren. Insgesamt war es doch eine schöne Route. Und es war sicher auch nicht das letzte Mal, daß wir auf dem Grünen Ring Bremen unterwegs waren.

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