Tagesdaten
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Datum Di 01.08.06, 07:58-19:04
Strecke Höxter - Beverungen -
Bad Karlshafen - Reinhardshagen - Hann. Münden - Fuldatal
  gesamt gefahren
Zeit 11:05:17 06:21:02
Schnitt 7,61 km/h 13,29 km/h
km/Vmax 84,42 km 34 km/h
Wetter 2-5 bft SW, bis 34 km/h
16,5°-29°, Sonne, Wolken, Gewitter
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Meine TourenDeutschland ’06Di, 01. August ’06

Planwagentour durch Deutschland, 3. Tag

01.08.06, Höxter - Fuldatal

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Heute kam ich deutlich früher los als gestern. Die Nacht war ziemlich kühl gewesen, das Thermometer ging bis auf 13° runter. Daher hatte ich recht unruhig geschlafen und war schon um kurz nach sieben wieder wach.

Beim Losfahren gegen acht waren es erst 16,5° und von Sonne war auch nicht viel zu sehen. Dazu kam der Wind, noch nicht ganz so stark wie gestern, wieder ständig von vorne. Es war also recht kühl, vor allem da ich bekleidungsmäßig voll auf Sommer eingestellt war. Die Strecke war dennoch gut zu fahren, bis Beverungen ist der Weseradweg externer Link, zumindest auf dieser Flußseite, meist flach und vor allem gut asphaltiert.

Extrem Grilling

Aufnahmestandort:
N 51° 44′ 33.63″, O 9° 22′ 27.04″
Extrem Grilling

Zum Frühstück hätte ich natürlich auch Grillen können. Wenige Kilometer hinter Höxter kam ich an einem schönen Grillplatz vorbei - schön groß nämlich. Hinter einer Absperrung sind dort auf einer Wiese über 20 festinstallierte und durchnummerierte Grillplätze aufgebaut. Wohl gegen Gebühr kann man dann dort einen Platz mieten. Ob es tatsächlich Leute gibt, die für so ein Extrem-Grilling erwärmen können? Müssen dieselben Leute sein, die sich am Strand einen Strandkorb mieten.

In Beverungen wurde dann erst mal eingekauft. Getränke mußten aufgefüllt werden und eines dieser Riesen-Streußelstücke wollte ich natürlich auch haben. Leider gab es diese in der Bäckerei nicht mehr, und so mußte ich auf diesen Genuß leider verzichten. Alleine schon deswegen werde ich wohl nochmal irgendwann die Weser raufradeln müssen.

Weiter ging es Richtung Bad Karlshafen, wobei der Radweg auf den letzten Kilometern vor Bad Karlshafen nur ein schmaler Seitenstreifen neben der vielbefahrenen Bundesstraße ist. Auch innerhalb des Ortes gibt es keine Radwege, aber dafür einige Verkehrsinseln, so daß die Fahrzeuge meist hinter mir her schleichen mußten. Die Autofahrer nahmen’s zum Glück alle sehr gelassen, was man ja leider nicht immer behaupten kann.

In Bad Karlshafen

Aufnahmestandort:
N 51° 38′ 29.64″, O 9° 27′ 0.36″
In Bad Karlshafen

Hinter Bad Karlshafen fährt man dann aber wieder auf einem guten Radweg, der auch noch durch eine Leitplanke von der Straße abgetrennt ist. Nach einigen Kilometern machte ich dann wieder Pause auf dem Parkplatz, wo ich mich schon letztes Jahr vor einem Gewitterregen untergestellt hatte. Und prompt fing es auch diesesmal wieder an zu regnen. Zum Glück waren es aber nur ein paar Tropfen, und so schnell wie der Regen gekommen war, war er auch schon wieder vorbei.

Absteigen? Wie denn sonst?

Aufnahmestandort:
N 51° 37′ 30.86″, O 9° 31′ 22.75″
Absteigen? Wie denn sonst?

Also machte ich mich bald auf die Weiterfahrt, wobei ich diesesmal allerdings nicht die Fähre bei Wahmbeck nehmen wollte. Hätte ich mal lieber machen sollen, denn die Strecke ab Wahmbecker Fähre beginnt erst mal mit einer ca. 150m langen und 20% steilen Rampe.

Und auch die weitere Strecke Richtung Reinhardshagen blieb sehr hügelig, dazu frischte auch noch der Wind deutlich auf und kam mir jetzt teilweise mit bis zu 5 bft direkt entgegen. Die Fahrt wurde also sehr anstrengend und ich mußte immer wieder kleine Pausen einlegen. Schön war allerdings, daß mittlerweile die Sonne immer häufiger rauskam und die Temperaturen bis auf 29° trieb.

Ungebetener Gast

Aufnahmestandort:
N 51° 35′ 25.19″, O 9° 35′ 15.03″
Ungebetener Gast

In Höhe Oberweser wurde ich dann wieder von einem kleinen Kampf­geschwader angegriffen. Diesmal waren es keine Bremsen wie am ersten Tag, sondern 2 Militärhubschrauber, die direkt über mir im extremen Tiefflug einige Kampfübungen abhielten. Ob die das wirklich dürfen? Nun ja, sie waren zum Glück bald wieder weg und so hatte ich noch ein wenig Ruhe bei dieser Pause.

Wind kann man auch sehen

Aufnahmestandort:
N 51° 35′ 25.19″, O 9° 35′ 15.03″
Wind kann man auch sehen

Kurz vor Reinhardshagen wurde es dann wieder bewölkter und ein paar hundert Meter vor dem Ortseingang fing es schließlich wieder an zu regnen. Also hieß es erst mal den Planwagen schließen - schließlich soll mein Bett ja nicht naß werden - und dann mit dieser Wand gegen den Wind ankämpfen.

In Reinhardshagen fand sich dann aber ein kleines Wartehäuschen, in dem ich nicht nur mich sondern auch Rad und Planwagen unterstellen konnte. Selbst eine Telefonzelle war dort untergestellt, und zwar noch eine gelbe! Die gehört ja auch schon zu einer aussterbenden Rasse, vielleicht haben sie die deshalb wettergeschützt untergestellt.

Was für eine Telefonzelle gut ist …

Aufnahmestandort:
N 51° 29′ 44.92″, O 9° 36′ 5.22″
Was für eine Telefonzelle gut ist …

Der Regen war nach einer halben Stunde wieder vorbei, und so konnte ich mich auf die Weiterfahrt machen. Zum Glück mit offenem Planwagen, denn die Straße war bei dem Wind schnell abgetrocknet und ich riskierte kein Spritzwasser im Bett. Allerdings blieb das Wetter sehr unentschlossen - am Himmel hingen bleischwere Wolken und ich war jederzeit auf ein plötzliches Gewitter vorbereitet.

Vorerst blieb es aber trocken, und so kam ich recht schnell in Hann. Münden an. Hier wollte ich diesmal die Schrebergartensiedlung umfahren, um nicht wieder durch das enge Drängelgitter am Ende zu müssen, welches ich noch vom letzten Jahr in Erinnerung hatte. Allerdings stand ich schon nach kurzer Strecke vor einer Straßenvollsperrung wegen Baustelle. Also doch wieder durch die Gärten und mit Mühe und Not durch das Drängelgitter.

An der Fulda angekommen

Aufnahmestandort:
N 51° 22′ 30.13″, O 9° 33′ 36.4″
An der Fulda angekommen

Nun hatte ich also nach nicht mal drei Tagen die Fulda erreicht. Und wie auf Bestellung wurde auch das Wetter wieder etwas freundlicher. Die Sonne kam raus und trieb die Temperatur wieder in angenehme Regionen. Ich hatte also eine echte Chance, mein Tagesziel trocken zu erreichen … dachte ich.

Aber wie so oft kommt es erstens anders als man zweitens denkt. In Höhe Wahnhausen zogen wieder dunkle Wolken auf, und der Wind legte immer mehr zu - natürlich nach wie vor von vorne. Und dann ging es auf einmal alles sehr schnell. Die ersten dicken Tropfen fielen. Ich hielt sofort an, schloss den Planwagen und sicherte ihn noch schnell mit einem Abspannseil, den der Wind wurde zum böigen Gewittersturm. Nach kaum 2 Minuten saß ich im Planwagen - und war bereits plittschnaß.

Vor 20 Minuten war’s hier noch trocken

Aufnahmestandort:
N 51° 21′ 42.09″, O 9° 33′ 22.12″
Vor 20 Minuten war’s hier noch trocken

Was nun folgte konnte einem echt Angst machen. Der Sturm wurde immer heftiger und zwischen Blitz und Donner lag meist weniger als eine Sekunde Zeit. Das ganze ging also direkt über mir runter und ich kann wohl heilfroh sein, daß keiner der Blitze sich seinen Weg durch den Planwagen suchte.

Gedauert hat das ganze nicht lange, schon nach 15 Minuten verzog sich das Gewitter wieder und der Regen hörte auf. In dieser kurzen Zeit war allerdings der Radweg zu einem kleinen Flüßchen geworden, soviel Regen war runtergekommen. Einen großen Vorteil hatte das ganze aber: der Wind war weg. Im Rücken des Gewitters war es absolut windstill, und so konnte ich ohne größere Anstrengung den restlichen Weg bis zum Tagesziel mit geschlossenem Planwagen zurücklegen.

Ruhiges Plätzchen für die Nacht

Aufnahmestandort:
N 51° 21′ 53.18″, O 9° 31′ 47.06″
Ruhiges Plätzchen für die Nacht

Für die heutige Nacht hatte ich mir ein Plätzchen bei Fuldatal ausgesucht, dort ist ein kleiner Radlerrastplatz mit Wiese direkt am Fuldaufer. Zwar verläuft dort eine Straße und in wenigen hundert Metern Entfernung führen zwei Eisenbahnbrücken über die Fulda, aber es war nicht so viel Verkehr und die Züge waren auch nicht besonders laut zu hören.

Es blieb dann auch erstmal trocken, so daß ich mir einen gemütlichen Abend am Fuldaufer machen konnte. Insekten gab’s auch kaum welche, die hatte wohl der Regen vertrieben. Erst später fing es wieder leicht an zu regnen, aber da lag ich schon längst im Trockenen.


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