Tagesdaten
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Datum Mi 02.08.06, 08:12-19:12
Strecke Fuldatal - Kassel - Guxhagen - Melsungen - Morschen - Rotenburg
  gesamt gefahren
Zeit 11:00:13 06:28:24
Schnitt 7,33 km/h 12,45 km/h
km/Vmax 80,62 km 44 km/h
Wetter 1-4 bft SW, bis 24 km/h
13,9°-20°, bedeckt, regnerisch
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Meine TourenDeutschland ’06Mi, 02. August ’06

Planwagentour durch Deutschland, 4. Tag

02.08.06, Fuldatal - Rotenburg

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Der heutige Tag fing ja wieder richtig gut an: nachdem es in der Nacht ein paar mal geregnet hatte, konnte ich mein Frühstück im Trockenen zu mir nehmen - sogar mit Gesellschaft. Familie Schwan war sehr interessiert an mir und den Krümeln, die mir vom Teller vielen.

Leider blieb es nicht trocken, denn exakt in dem Moment, als ich losfuhr fing es wieder an zu regnen. Zwar bekam ich nicht viel Regen ab, denn die ersten Kilometer Richtung Kassel fuhr ich ständig durch den Wald am Fuldaufer, aber der nicht asphaltierte Waldweg war ziemlich durchgeweicht und machte das Vorwärtskommen sehr mühsam.

Frühstücksgäste

Aufnahmestandort:
N 51° 21′ 53.02″, O 9° 31′ 46.94″
Frühstücksgäste

Kurz vor Kassel führt der Weg dann über Wirt­schafts­wege durch die Felder. Der Regen war hier zwar schon wieder fast vorbei, allerdings hatte ich diesen Feldweg noch von letztem Jahr als sehr holprig und mit großen, tiefen Schlaglöchern durch­setzt in Erinnerung. Um so erfreuter war ich als ich feststellte, daß der Feldweg neu gemacht wurde und nun sehr schön zu befahren ist.

Dies ersparte mir ein wildes Zickzackfahren um die ganzen Pfützen, die sich sonst sicher gebildet hätten. Das hebt natürlich die Laune und bei leichtem Nieselregen kam ich bald in Kassel an, wo der Regen dann auch erstmal ganz aufhörte.
Statt an der Uferpromenade entlang wie letztes Jahr, entschloß ich mich kurzer Hand durch die Karlsaue externer Link zu fahren. Das war auch genau richtig so; nicht nur, daß es in der Karlsaue viel schöner ist, auch fährt man dort abseits jeglichen Fahrzeugverkehrs.

In der Karlsaue

Aufnahmestandort:
N 51° 18′ 26.53″, O 9° 29′ 53.77″
In der Karlsaue

Natürlich war das auch der richtige Platz für eine gemütliche Pause. Nur ein wenig Sonne hätten mir und der Temperatur sicher gut getan. Aber warum beschweren, immerhin blieb es erstmal trocken.

Weiter ging es auf bekanntem Weg Richtung Fuldabrück. Dank GPS fand ich den Weg diesesmal auch auf anhieb.

Kurz hinter Fuldabrück fing es dann wieder an zu regnen, diesmal war es nicht nur ein Nieselregen sondern ein ausgewachsener Schauer. Zum Glück gibt es hinter Fuldabrück eine überdachte Fuldabrücke - Nomen est Omen! Dort stellte ich mich also unter und wartete den Schauer ab. Ich war auch nicht der einzige Radler, der dort Unterschlupf suchte, und so hatte ich auch noch eine nette Unterhaltung gratis.

Für die Weiterfahrt blieb die Regenjacke dann erstmal an. Zwar hatte der Regen mittlerweile wieder aufgehört, aber es blieb bei bewölktem Himmel recht frisch. Und auch der Gegenwind hatte wieder die Stärke der vergangenen Tage erreicht.
Der Weg Richtung Guxhagen wurde dann auch wieder ziemlich hügelig. Kurz vor Guxhagen war natürlich auch wieder der "kleine" Hügel zu überwinden. Auf ~500 Meter Länge steigt der Weg 7% an - nichts für mich und meinen Planwagen. Hier war natürlich wieder schieben angesagt.

Zu breit für ein normales Foto: die Orangerie - Schloss in der Karlsaue

Aufnahmestandort:
N 51° 18′ 26.53″, O 9° 29′ 53.77″
Zu breit für ein normales Foto: die Orangerie - Schloss in der Karlsaue

In Guxhagen hatte ich mir dann eigentlich vorgenommen wieder über einen Hügelrücken zu fahren um so den weiten Fuldabogen einzusparen. Das lies ich dann aber bleiben, als ich den Hügel vor mir hatte. Dann doch lieber einen kleinen Umweg fahren. Der kleine Umweg stellte sich aber als kaum besser heraus, war doch fast am Ende des Flußbogens der Radweg wegen Bauarbeiten gesperrt. Also mußte ich doch über den Hügel. Und damit nicht genug, mitten im Anstieg - ich war gerade kräftig am Schieben - kam wieder ein heftiger Gewitterregen runter.
Der Regen dauerte nicht lange, aber ich war mal wieder bis auf die Knochen durchgeweicht.

Regen: mein ständiger Begleiter

Aufnahmestandort:
N 51° 10′ 37.09″, O 9° 30′ 6.22″
Regen: mein ständiger Begleiter

Auch hinter Guxhagen bleibt es dann sehr hügelig, vor allem die Ortsdurchfahrt Grebenau bleibt in Erinnerung, oder viel mehr in den Knochen stecken.
Hinter Grebenau hat man dann allerdings fürs Erste die Hügel geschafft und es folgen ein paar flachere Kilometer. Erst mal folgt aber eine über 10% steile Abfahrt auf einer Landstraße. Mit 80kg, die von hinten schieben, traut man sich auf regennasser Straße bei dem Gefälle kaum zu bremsen. Also raste ich mit 44 km/h und stark erhöhtem Puls Richtung Wagenfurth - es ist bis heute die schnellste gefahrene Geschwindigkeit mit dem Planwagen.

Letztes Jahr gings hier weiter

Aufnahmestandort:
N 51° 7′ 37.14″, O 9° 32′ 25.52″
Letztes Jahr gings hier weiter

In Wagenfurth flüchtete ich mich erst mal in eine Bushaltestelle, hatte es doch wieder kräftig angefangen zu regnen. Wenn das so weitergehen sollte, würde ich entweder nicht bis Rotenburg kommen heute, oder mich auf eine Fahrt im Regen und mit geschlossenem Planwagen einlassen müssen.

Da der Regen nicht aufhören wollte fuhr ich also mit geschlossenem Wagen und geschlossener Regenjacke weiter. Der Regen war dabei natürlich nicht das Problem, Wasser tut bekanntlich nicht weh. Der Gegenwind war aber ein Problem, zum Glück hatte er aber mittlerweile etwas nachgelassen.
Bis Melsungen hörte der Regen auch nicht auf, sondern wurde immer stärker. Kurz vor Melsungen dann sogar wolkenbruchartig und so war ich froh, dort erst mal bei einem Supermarkt einkaufen gehen zu können.

Kloster Haydau

Aufnahmestandort:
N 51° 4′ 0.12″, O 9° 37′ 3.27″
Kloster Haydau

Hinter Melsungen war der Radweg dann gesperrt, und so mußte ich die andere Fuldaseite nehmen. Dort ging es wieder kilometerlang bergauf, so langsam verließ mich ein wenig die Motivation. Vor allem, als ich dann in Beiseförth festellen mußte, daß die Fuldabrücke dort wegen Bauarbeiten gesperrt war. Also mußte ich auch wieder das extrem hügelige Stück Landstraße zwischen Beiseförth und Binsförth fahren, was vor allem wegen des KFZ-Verkehrs problematisch ist, wenn man dort im Schleichtempo die Steigungen rauffährt.

Die nächste größere Pause gab es dann im Kloster Haydau externer Link, in Morschen. Der Regen hatte mittlerweile aufgehört und sogar die Sonne kam kurz mal raus. Dort kam ich dann ins Gespräch mit einem Herrn der, wie sich herausstellte, mir sehr viel über das Kloster erzählen konnte. Im Klosterbereich befindet sich nämlich neben dem Standesamt und einem Beerdigungsinstitut auch noch ein Feuerwehrmuseum, und dieses wurde von eben jenem Herrn geleitet.
Unter anderem sind dort über 150 Feuerwehrhelme aus aller Welt zu bestaunen und obwohl das Museum eigentlich nicht geöffnet hatte, durfte ich doch einen kleinen Blick riskieren.

Kurz vor Rotenburg

Aufnahmestandort:
N 51° 0′ 22.75″, O 9° 42′ 5.48″
Kurz vor Rotenburg

Mit gestärktem kulturellen Wissen machte ich mich aber irgendwann wieder auf den Weg. Richtung Rotenburg blieb es dann zum Glück recht flach, nur die letzten zwei Kilometer wählte ich dummerweise die falsche Flußseite, so daß ich mich über einen sehr holprigen Weg kämpfen mußte. Regen gab’s zum Glück keinen mehr und sogar der Wind kam teilweise von schräg hinten, da ich ja nun Richtung Südost fuhr.

Für die Übernachtung fuhr ich dann auf den Campingplatz in Rotenburg externer Link. Ich brauchte dringend eine Dusche und der Platz war mir noch von letztem Jahr in guter Erinnerung. Auch ich war wohl in Erinnerung geblieben, oder zumindest der Planwagen, denn man erkannte mich sofort wieder.
Ich kann nur hoffen, daß das Wetter nicht so bleibt wie es ist. Regen OK, Gegenwind auch OK - aber beides zusammen muß ja nun wirklich nicht sein, schon gar nicht wo in den nächsten Tagen die Überquerung des Vogelsbergs ansteht.


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