Tagesdaten
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Datum So 27.08.06, 11:47-20:09
Strecke Rienharz - Alfdorf -
Schwäb. Gmünd - Aalen - Oberkochen - Heidenheim
  gesamt gefahren
Zeit 08:22:03 05:02:16
Schnitt 8,52 km/h 14,16 km/h
km/Vmax 71,31 km 42,7 km/h
Wetter 2-3 bft W, bis 18,4 km/h
13,2°-22,7°, kaum Sonne, viel Regen
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Tagebucheinträge
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Meine TourenDeutschland ’06So, 27. August ’06

Planwagentour durch Deutschland, 12. Tag

27.08.06, Rienharz - Heidenheim

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Nach 2½ Wochen Pause ging es heute endlich weiter auf meiner Tour. Und wie sollte es auch anders sein, es ging gleich mit einer hübschen Steigung los. Etwa 800 Meter auf einem Schotterweg durch den Wald bei 8% - 10% Steigung waren zu bewältigen, um aus dem Tal herauszukommen. Das ging viel leichter als ich gedacht hatte. Ich merkte deutlich, wie sich das Training der ersten Tourwoche bezahlt gemacht hatte. Nach etwa 15 Minuten war ich oben, und zur Belohnung kam auch gleich die Sonne raus.

Am Planwagen hatte ich ein neues Rad und das geschweißte Kupplungsblech hatte ich durch ein neues ersetzt, nun konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Als zusätzliches Gepäck hatte ich einen Pullover eingepackt, denn ich erwartete, daß es im September deutlich kühler werden würde. Einige andere Sachen hatte ich dafür Zuhause gelassen, denn ich wollte unbedingt vermeiden, daß der Anhänger mehr als 80KG auf die Waage bringt. Für diese Maximalbelastung ist die Kupplung offiziell freigegeben. Ihr könnt euch sicher denken, daß ich mit einigen dieser Annahmen voll daneben gelegen habe.

Erst mal ging es aber weiter über Alfdorf Richtung Schwäbisch Gmünd. Die Radwege waren dabei nicht besonders gut, meist zu schmal und immer ein wenig holprig. Aber man konnte es fahren. Die erste Zwangspause gab’s dann in Pfersbach, wo ich von einem Gewitterschauer überrascht wurde. Den konnte ich zum Glück trocken in einer Bushaltestelle verbringen. Von Dort an ging es erst mal kräftig bergab nach Schwäbisch Gmünd hinein, was bei mittlerweile 22° richtig Spaß gemacht hat.

Nein! Du darfst nicht mit!

Aufnahmestandort:
N 48° 50′ 49.15″, O 9° 39′ 51.7″
Nein! Du darfst nicht mit!

In Schwäbisch Gmünd gesellte sich dann ein Einheimischer auf seinem Rad zu mir und radelte ein paar Kilometer mit. Er war äußerst angetan von meinem Gefährt und gab mir gute Tips für den weiteren Weg Richtung Aalen. Und die waren gut. Denn auf gut ausgebauten Wegen abseits der Bundesstraße ging es weiter. Zumindest bis mich kurz vor Zimmern der nächste Platzregen einholte. Diesmal war es eine Brücke, die mir Schutz bot.

Es regnet mal wieder

Aufnahmestandort:
N 48° 48′ 43.75″, O 9° 52′ 16.17″
Es regnet mal wieder

Weiter ging es vorbei an den Überresten des Limes externer Link Richtung Osten. Zwar meistens auf der Straße, aber zum Glück auf wenig befahrenen Straßen neben der Bundesstraße. Und natürlich gab’s auch bald die erste Panne: Der Halter von meinem rechten Scheinwerfer hielt noch bis Böbingen, dann brach er ohne Vorwarnung ab. Immerhin, die Kabelbinder haben seit Frankfurt gehalten. Ich hatte nur einfach nicht mehr daran gedacht, sonst hätte ich mir ja während der Tourpause einen neuen Halter holen können. Nun war improvisieren angesagt. Und das ging recht einfach, denn der eine Teil des Halters ließ sich noch umgekehrt anschrauben. Es konnte also weitergehen - nachdem ich den obligatorischen Schauer im Eingang eines geschlossenen Modegeschäftes abgewartet hatte.

Schwäbischer Radweg?

Aufnahmestandort:
N 48° 49′ 17.28″, O 9° 53′ 22.5″
Schwäbischer Radweg?

Die restliche Strecke bis Aalen war dann größtenteils recht unspektakulär. Meistens fuhr ich in der Nähe der Bundesstraße, ein kurzes Stück auch darauf. Nur einmal gab’s ein kleines Hindernis: ein etwa 30 Meter langes Stück Schotter. Wobei Schotter eigentlich nicht der richtige Begriff ist. An solche Steine hat man wohl gedacht, als man das Kopfsteinpflaster erfunden hat. Denn Kopfgroß waren diese Steine allemal.

Von wegen, ein Stück Geschichte: Überreste des römischen Limes

Aufnahmestandort:
N 48° 49′ 17.28″, O 9° 53′ 22.5″
Von wegen, ein Stück Geschichte: Überreste des römischen Limes

Zum Glück waren es eben nur 30 Meter, und so kam ich bald in Aalen an. Hier kam die Sonne dann richtig raus und es wurde endlich sommerliches Wetter. Das hinderte eine Speiche am Planwagen aber nicht daran, mitten in der Stadt mit lautem Peng zu reißen. Diesmal war es das andere Rad. Es würde aber auch so noch eine Weile halten müssen, denn Ersatzspeichen für die Planwagenräder hatte ich blöderweise nicht mitgenommen.

Nach kurzer Pause in Aalen machte ich mich dann auf den Anstieg zur Kocherquelle. Denn dort mußte ich rüber, um zur Donau zu gelangen. Diese Strecke war ich ja vor 3 Jahren schon mal gefahren, ich wußte also, daß es zwar ein langer Anstieg ist. Der Anstieg ist aber recht gleichmäßig und daher auch mit viel Gepäck recht gut zu fahren.

Adaptives Kurvenlicht

Aufnahmestandort:
N 48° 49′ 17.44″, O 9° 55′ 18.66″
Adaptives Kurvenlicht

Anstatt sie beim letzten Mal einfach der alten Landstraße zu folgen, hielt ich mich diesmal aber an die Radwegausschilderung. Das hätte ich lieber nicht machen sollen, denn der Radweg verläuft längst nicht so gleichmäßg wie die Landstraße, sondern windet sich auf einem Stück in den Berg hinein, mit entsprechend starken Steigungen.

Kopfgroße Steine, ohne Pflaster

Aufnahmestandort:
N 48° 49′ 23.14″, O 10° 2′ 13.16″
Kopfgroße Steine, ohne Pflaster

Kurz hinter Aalen ging dann auch die Sonne wieder weg und es zogen sogleich schwere Wolken auf. Lange mußte ich auch nicht warten, am Ortseingang Oberkochen fing es bereits an zu regnen. Also stellte ich mich bei nächster Gelegenheit wieder unter. Zeit hatte ich ja genug, denn laut Tourplanung wollte ich heute nur noch bis zur europäischen Wasserscheide externer Link fahren. Also insgesamt rund 50 Kilometer. Denn von dort bis zu meinem nächsten Ziel Dillingen waren es nochmal rund 50 Kilometer, und ich hatte 2 Tage Zeit, ehe man mich dort erwartete.

Lange regnete es zum Glück nicht, und erreichte ich auch bald die Wasserscheide, und damit mein geplantes Tagesziel. Aber ich hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn diese Gegend ist Naturschutzgebiet, also nicht gerade optimal zum Wildcampen. Da ich ohnehin noch etwas einkaufen wollte, fuhr ich also bei aufkommendem Regen weiter Richtung Heidenheim. Unterstellen hatte nun keinen Zweck mehr, denn das war kein Schauer, es regnete sich richtig ein.

Der höchste Punkt für heute

Aufnahmestandort:
N 48° 45′ 23.73″, O 10° 6′ 10.41″
Der höchste Punkt für heute

In Heidenheim habe ich mich dann noch mal ordentlich verfahren. Mal wieder traute ich den Schildern mehr als meinem GPS. Also ging es erst mal 1,5 Kilometer in die falsche Richtung. Und das bei mittlerweile strömendem Regen. Von nun an wollte ich nur noch eines: möglichst bald einen Standplatz für die Nacht finden und mich in den trockenen Planwagen legen.

Den Standplatz fand ich auf einer Wiese noch im Ortsbereich von Heidenheim. Die nahegelegene Bundesstraße und die Zugstrecke direkt nebendran waren mir ziemlich egal. Es war naß, kalt und es wurde langsam dunkel. Irgendwann im Laufe des Tages hatte sich auch die Beleuchtung vom Planwagen verabschiedet, vorne ging gar nichts mehr und hinten war das Licht nur noch sehr funzelig. Also war an fahren auf der Straße ohnehin nicht mehr zu denken.


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