Tagesdaten
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Datum Do 31.08.06, 11:02-19:40
Strecke Ober-Elchingen - Ulm - Ehingen - Munderkingen - Riedlingen - Neufra
  gesamt gefahren
Zeit 08:38:33 05:48:10
Schnitt 8,85 km/h 13,18 km/h
km/Vmax 76,48 km 39,6 km/h
Wetter 1-4 bft WSW, bis 22 km/h
13,9°-25,8°, bewölkt, später sonniger
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Meine TourenDeutschland ’06Do, 31. August ’06

Planwagentour durch Deutschland, 16. Tag

31.08.06, Elchingen - Neufra

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Die höchte Kirche der Welt: Ulmer Münster

Aufnahmestandort:
N 48° 23′ 53.76″, O 9° 59′ 29.25″
Die höchte Kirche der Welt: Ulmer Münster

Heute Nacht war es richtig kalt! Noch morgens um 7 Uhr zeigte das Thermometer nur 6° an. Grund genug für mich, noch ein wenig länger liegen zu bleiben.

Ich war nur 37 Kilo­meter hinter meiner Pla­nung zurück. Aller­dings hatte ich vor, den Rückstand bis spätestens Freiburg wettzumachen. Einen weiteren Tag wollte ich dann auf dem Weg zur Nordsee gutmachen. Der Grund: ich wollte unbedingt an einem Sonntag an der Nordsee sein, um mich dort mit jemandem zu treffen.
Kleines Detail am Rande: laut GPS habe ich bisher 1000,82 Kilometer zurückgelegt, laut Fahrradtacho sogar 1023 Kilometer. Die Trackauswertung des GPS nach der Tour ergab 999,79 Kilometer. Wie auch immer, eigentlich ein Grund zum Feiern.

Statt feiern machte ich mich dann aber gegen elf Uhr auf den Weg. Es war etwas wärmer geworden, und ich hatte noch einige Kilometer vor für heute. Der Weg nach Ulm war gut fahrbar. Ein durchgehender Radweg an der Straße, manchmal etwas holprig aber durchaus gut fahrbar.

Münsterplatz in Ulm

Aufnahmestandort:
N 48° 23′ 53.76″, O 9° 59′ 29.25″
Münsterplatz in Ulm

In Ulm machte ich dann einen Abstecher zum Münster externer Link. Immerhin ist das die höchste Kirche der Welt, die sollte man sich schon mal anschauen, wenn man schon mal da ist. Bei der Gelegenheit gab es dann auf dem Münsterplatz auch gleich ein zweites Frühstück, denn die Sonne war rausge­kommen und bescherte endlich angenehme Temperaturen von über 20°. Nur der Wind war noch recht böig und kam natürlich immer noch aus Südwest, genau meiner Fahrtrichtung.

Ulm hat nicht nur eine hohe Kirche, sondern auch eine schöne Altstadt. Aber zuviel Zeit wollte ich nicht verplempern, und so machte ich mich bald wieder auf den Weg zur Donau. Leider wurde an der Radwegen in Ulm viel gebaut, so daß ich nicht auf dem Donauradweg externer Link aus Ulm herausfahren konnte. Aber die Straße verlief ebenfalls direkt an der Donau, so daß es kein Problem war, den richtigen Weg zu finden.

Nochmal Ulm

Aufnahmestandort:
N 48° 23′ 47.6″, O 9° 59′ 20.57″
Nochmal Ulm

Hinter Ulm war der Radweg sehr gut zu befahren, so daß ich trotz des Gegenwindes recht gut vorankam. Nur ein Stück ist wie ein Grasnarbenweg angelegt. Allerdings anders, denn die Narbe besteht aus Asphalt, die Fahrspuren aus Schotter. Warum man einen Weg so anlegt: ich weiß es nicht. Zu fahren war es aber ganz gut, da die Fahrspuren vernünftig befestigt waren.

Kurz hinter Ersingen dann ein bekanntes Geräusch: Ping! Das mußte eine Speiche gewesen sein und schlagartig viel mir wieder ein, was ich in Dillingen vergessen hatte: die gerissene Speiche am Planwagenrad zu ersetzen. Tatsächlich war die nun gerissene Speiche genau neben der zuvor gerissenen, wodurch das Rad eine gehörige Acht hatte. Lange konnte ich also die Reparatur nicht mehr aufschieben, im nächsten Radladen würde ich mir Speichen besorgen müssen.

Und ein letztes Mal Ulm

Aufnahmestandort:
N 48° 23′ 41.68″, O 9° 59′ 27.56″
Und ein letztes Mal Ulm

Vorerst war aber kein Radladen in Sicht, und auch keine größere Ortschaft auf meiner Route, wo ich einen gut ausgestatteten Radladen finden würde. Denn Speichen für 24" Räder findet man leider nicht in jedem Radladen.

Die Weiterfahrt bis nach Munderkingen ging trotzdem problemlos, von der Acht im Rad war nichts zu spüren. Aber auch in Munderkingen fand ich auf Anhieb keinen Radladen. Auch mehrere Passanten, die ich interviewte, konnten mir keinen Tip geben. Also weiterfahren, irgendwann würde ich schon was finden.

Grasnarbenweg mal andersrum

Aufnahmestandort:
N 48° 21′ 7.13″, O 9° 56′ 37.87″
Grasnarbenweg mal andersrum

Ab Munderkingen wurde es dann aber wieder richtig bergig. Und das bei anhaltendem Gegenwind. Da war ich sogar froh, daß es nicht ganz so warm wurde in der Sonne. Selbst bei 25° lief mir stellenweise mächtig der Schweiß. Unzählige Male mußte ich kurze Verschnaufpausen einlegen, aber geschoben habe ich keinen Meter!

Die steilste Stelle war eine 20% steile und 300 Meter lange Rampe bei Datthausen. Diese Rampe mußte ich zum Glück nicht rauf, sondern runter, was bei dem Gefälle aber mit 80 KG im Nacken nicht ungefährlich ist. Auf halbem Weg hinunter steht dann auch endlich das Schild mit der Angabe 20% und dem Hinweis für Radfahrer, sie mögen bitte absteigen. Wie witzig: warum sollte man jetzt noch absteigen, wenn man die erste Hälfte schon geschafft hat?

Weia, das schreit nach Reparatur

Aufnahmestandort:
N 48° 17′ 24.77″, O 9° 50′ 29.73″
Weia, das schreit nach Reparatur

Ich hätte ohnehin nicht absteigen können. Nicht nur, daß es kaum möglich war, die Fuhre bei dem Gefälle zum Stillstand zu kriegen. Hätte ich hier mein Gewicht vom Sattel genommen, hätte ich die Fuhre unmöglich halten können.

Ich fuhr also mit angezogener Bremse langsam den Berg hinunter. Unten dann die nächste Überraschung: Der Weg führt durch eine Unterführung und macht dann einen Knick. Hier endet auch das Gefälle, so daß man natürlich instinktiv die Bremsen losläßt und auf den letzen Metern noch ein wenig Tempo aufnimmt, schließlich könnte es ja hinter dem Knick wieder bergauf gehen. Geht es nicht, dafür wechselt direkt hinter dem Knick der Belag von Asphalt zu tiefem Schotter. Möchte nicht wissen, wieviele Radler sich dort schon hingelegt haben. Ich zum Glück nicht, konnte gerade noch rechtzeitig das Gespann geradeziehen.

Anhalten unmöglich

Aufnahmestandort:
N 48° 13′ 0.21″, O 9° 32′ 1.59″
Anhalten unmöglich

Ab hier wurde es aber zum Glück wieder viel flacher. Das anstrengende Stück hatte ich also geschafft. Der Weg wurde aber immer schmaler und verlief erstmal direkt an der Bahntrasse. Dort stand dann auch die schmalste Brücke, über die ich während der ganzen Tour gefahren bin. Eigentlich ist es nur ein Fußweg am Rande der Eisenbahnbrücke. Breite: geschätzte 1 cm breiter als der Planwagen und ca. 150 Meter lang.

Als ich an die Brücke kam dachte ich zuerst nicht, daß ich da durchpassen würde. Irgendwie hat es dann aber doch funktioniert und es gab zum Glück keine Engstelle auf der Brücke, die mich zum Umkehren gezwungen hätte. Aber es war mehr als knapp.

Noch enger geht nicht

Aufnahmestandort:
N 48° 12′ 17.09″, O 9° 30′ 36.17″
Noch enger geht nicht

Danach wurde es aber nochmal richtig schön. Der Weg blieb flach, war in bestem Zustand und schließlich verzogen sie auch noch die Wolken und machtem echten Bilderbuchwetter Platz. Da es schon recht spät war, wurde es aber nicht mehr zu heiß. Bei angenehmen 25° konnte ich gemütlich dahinradeln. Selbst der Wind hatte nachgelassen, kam zwar noch von vorne aber nicht mehr besonders stark.

Kurz vor Riedlingen machte ich noch einen kurzen Abstecher zu einem Supermarkt, ehe ich mir dann ein Plätzchen zum Übernachten suchen wollte. Einen Radhändler fand ich leider nicht mehr, allerdings hatte sich das Planwagenrad im Verlauf des Tages weiter verzogen, so daß es mittlerweile deutlich spürbar war. In Kurven scheuerte es sogar leicht am Radkasten. Die Suche nach einem Fahrradladen würde also morgen früh ganz oben auf dem Programm stehen.

Bilderbuchwetter

Aufnahmestandort:
N 48° 11′ 52.77″, O 9° 30′ 2.78″
Bilderbuchwetter

Einen Schlafplatz fand ich kurz hinter Riedlingen, in Höhe Neufra, direkt neben dem Radweg. Eigentlich kein sehr schöner Platz, stehe ich doch ein bißchen wie auf einem Präsentierteller. Außerdem ist hier ganz schön was los, viele Radfahrer, Inliner und Spaziergänger. Aber es ist einfach zu spät, um allzu wählerisch zu sein.

Vor allem aufgrund des anspruchsvollen Abschnittes mit den vielen Steigungen habe ich mein Tagesziel für heute nicht erreicht. Mittlerweile liege ich 40 Kilometer hinter dem Plan zurück, und ich befürchte, daß es bis zum Bodensee noch etwas mehr werden könnte. Ich habe nämlich noch einige Kilometer abseits der Flüsse durch bergiges Gebiet vor mir.


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