Tagesdaten
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Datum Sa 16.09.06, 10:02-17:55
Strecke Rüdesheim - Bingen - Bacharach - St. Goar - Boppard - Koblenz - Weißenthurm
  gesamt gefahren
Zeit 07:53:36 05:38:53
Schnitt 11,04 km/h 15,42 km/h
km/Vmax 87,11 km 28,4 km/h
Wetter 2-3 bft SO, bis 14,3 km/h
21,4°-30,2°, sonnig, wenig Wolken
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Meine TourenDeutschland ’06Sa, 16. September ’06

Planwagentour durch Deutschland, 26. Tag

16.09.06, Rüdesheim - Weißenthurm

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Heute morgen brauchte ich zum Glück mal nichts reparieren, und ich mußte auch keinen Radhändler suchen. Ich frühstückte ganz gemütlich und machte mich gegen zehn auf den Weg. Ein wenig geschafft war ich noch von den letzten Tagen, aber die heutige Etappe würde sehr flach werden, das hatte ich noch von meiner 2003er Tour in Erinnerung.

Lediglich die Durchfahrt durch Bingen könnte haarig werden, denn hier mußte ich letztes mal wegen Bauarbeiten über den Bahnhof fahren, wobei auch eine Treppe im Weg war. Aber nach 3 Jahren sollten die Bauarbeiten wohl hoffentlich abgeschlossen sein. Daher setzte ich direkt in Rüdesheim mit der Fähre über nach Bingen.

Campingplatz in Rüdesheim

Aufnahmestandort:
N 49° 58′ 39.55″, O 7° 56′ 21.67″
Campingplatz in Rüdesheim

Zum Glück war heute Samstag, denn sonst wäre es an der Fähre sicherlich noch voller gewesen als es ohnehin schon war. Es ging aber alles ziemlich schnell, und nach nur 5 Minuten Wartezeit war ich auf der Fähre, welche mit 1,80 € auch nicht sonderlich teuer war. Wie immer wußte wohl der Kassierer nichts mit meinem Gefährt anzufangen, weshalb er mir wohl nur den Preis für ein einfaches Fahrrad berechnet hat.

Kaum in Bingen angekommen bekam ich böse Vorahnungen. Die ganze Stadt scheint nach wie vor eine Baustelle zu sein. Zum Glück war aber der Radweg entlang des Rheins vorbei am Bahnhof befahrbar. Zwar noch nicht fertig, denn es ist noch eine Erdpiste, die bei Regen sicherlich schön schlammig werden kann. Dafür mußte ich aber keine Verrenkungen machen, um über den Bahnhof zu kommen wie vor drei Jahren.

Direkt hinter Bingen beginnt dann das Mittelrheintal externer Link, wohl einer der schönsten Streckenabschnitte am ganzen Rheinradweg externer Link. Landschaftlich sehr schön, auch der Radweg selbst ist durchgehend gut befahrbar, wenn auch nicht immer optimal. Einzig störend ist, das beidseitig des Rheins jeweils eine Bundesstraße und eine Bahnlinie verlaufen. Trotzdem lohnt sich der Abschnitt von Bingen bis Koblenz, man sollte ihn mal gefahren sein.

Weils so schön war, nochmal von außen

Aufnahmestandort:
N 49° 58′ 39.92″, O 7° 56′ 14.87″
Weils so schön war, nochmal von außen

Anfangs verlief der Radweg auch abseits der Straße und war durchgehend gut asphaltiert. Im Verlauf der Strecke kommen die Berge rechts und links des Rheins immer näher und vermitteln immer stärker das Gefühl, in ein tiefes Tal hinein zu fahren. Das einzige, was mir kurz hinter Bingen Probleme bereitete war mein GPS, welches ein paar mal unvermittelt ausging. Da auch Batteriewechsel und Betrieb ohne Batterien nichts brachten, schaltete ich die automatische Routenführung ab, und schon ging es wieder. Was das Problem war weiß ich zwar nicht, aber den Rheinradweg kann man auf diesem Teilstück ohnehin kaum verfehlen.

Auf der Fähre nach Bingen

Aufnahmestandort:
N 49° 58′ 32.12″, O 7° 54′ 40.65″
Auf der Fähre nach Bingen

Etwa ab Bacharach fährt man dann weitestgehend direkt an der Bundes­straße. Der Radweg an der Straße ist zwar teilweise überbreit, sogar mit gestrichelter Mittellinie, aber leider nicht immer mit dem besten Belag. Asphaltierte Stücke sind häufig mit vielen Flicken übersät und einige Kilometer besteht der Belag aus Betonplatten. Die sind auch nicht mehr die neuesten und haben entsprechend spürbare Fugen. Alles in allem aber wohl nur deshalb störend, weil ich einen so schweren Anhänger ziehe, denn dann merkt man solche Unebenheiten viel stärker.

Eine erste Pause gönnte ich mir in Oberwesel. Das Wetter war von morgens an sehr sonnig und schön warm, mittlerweile erreichten die Temperaturen sogar die 30° Marke. Auch der Wind verhielt sich freundlich und kam aus südöstlicher Richtung, wodurch ich im Rheintal meist leichten Rückenwind hatte.

Der schönste Abschnitt des Rheinradweges beginnt

Aufnahmestandort:
N 49° 59′ 51.17″, O 7° 51′ 26.97″
Der schönste Abschnitt des Rheinradweges beginnt

Zwischen Oberwesel und Sankt Goar wird der Radweg an der Bundesstraße sehr schmal, denn hier befindet sich die engste Stelle des Mittelrheintals. Für entgegenkommende Radler mußte ich mich sehr dünn machen, waren aber zum Glück nicht viele. Dafür hatte ich eine Gruppe Sonntagsradler vor mir, die mit schleichendem Tempo dahinrollten. Überholen war nicht möglich, dafür war der Weg einfach zu schmal. Also legte ich an der Loreley externer Link erst mal eine kleine Pause ein, denn wenn ich schon mal schneller kann weil mich der Wind treibt und es leicht abschüssig ist, dann fahre ich doch lieber ohne bremsende Vordermänner. Immerhin konnte ich auch so noch ein paar Pflichtfotos vom Loreleyfelsen machen.

Was wohl? Na klar, der Loreley-Felsen

Aufnahmestandort:
N 50° 8′ 14.56″, O 7° 43′ 34.66″
Was wohl? Na klar, der Loreley-Felsen

Hinter der Loreley wird der Radweg wieder breiter, und nun kam ich auch gut vorwärts. In Höhe Hirzenbach kam mir ein anderer Reiseradler entgegen, unschwer zu erkennen an der Beladung und dem Bob Yak Anhänger. Auf meiner Höhe angekommen rief er mir auf einmal „RADFORUM” entgegen, sicherlich hatte er den Planwagen erkannt. Allerdings kam das wohl für uns beide etwas zu überraschend und so hielten wir beide blöderweise nicht an. Wer immer es auch war, ich hoffe er hatte noch eine schöne Tour.

In Boppard führt der Radweg über die Uferpromenade, wo bei so schönem Wetter wie heute natürlich jede Menge los ist. Da ich also dort sowieso nicht ungehindert durchfahren konnte, holte ich mir kuzerhand an einem Stand eine Bockwurst und machte erst mal Mittagspause.

Gut ausgebauter Radweg

Aufnahmestandort:
N 50° 11′ 2.45″, O 7° 38′ 31.85″
Gut ausgebauter Radweg

Noch bis Spay verläuft der Radweg dann wieder direkt an der Bundesstraße. Erst hinter Spay fährt man wieder leicht abseits der Straße direkt am Rheinufer. Der Belag ist zwar auch dort nicht immer superglatt, aber es ist viel schöner zu fahren. Nur mit breitem Anhänger muß man ziemlich aufpassen, weil der Weg oft am rechten Rand senkrecht ein paar Meter zum Ufer abfällt. Da darf man keinesfalls mit dem Rad des Anhängers über die Kante kommen, sonst liegt man schneller unten als man denkt.

Dieses Verkehrsschild muß man erst mal verstehen

Aufnahmestandort:
N 50° 13′ 58.57″, O 7° 35′ 20.45″
Dieses Verkehrsschild muß man erst mal verstehen

Schwierig wurde dann wieder die Einfahrt nach Koblenz, wo mal wieder enge Pfosten und eine Schranke meinen Weg versperrten. Erst nach einigem Suchen konnte ich einen Umweg über ein nahegelegenes Firmengelände finden. Eine zweite Schranke konnte ich dann mit Mühe und Not bei abgekuppeltem Planwagen umschieben.

Eigentlich wollte ich in Konstanz erst mal einkaufen gehen, um genügend Vorräte für den morgigen Sonntag zu haben. Allerdings fand ich auf Anhieb keinen Laden, so daß ich erst mal zum Deutschen Eck externer Link weiterfuhr, wo eine weitere Pause eingeplant war.

Auch am deutschen Eck war jede Menge los und so hielt es mich dort auch nicht lange. Bald darauf fand ich auch einen Supermarkt, bei dem ich erstmal meine Einkäufe erledigen konnte. Nun galt es noch, einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Das würde nicht so einfach werden, da nun bis Andernach nur wenig unbewohnte Fläche kam.

Blick auf die Marksburg bei Braubach

Aufnahmestandort:
N 50° 15′ 43.58″, O 7° 38′ 56″
Blick auf die Marksburg bei Braubach

Zwar führt der Radweg kurz hinter Koblenz wieder direkt an den Rhein, wo man ständig am Ufer entlang fährt. Aber dort ist kein Platz zum Wildcampen. Erst zwischen Urmitz und Weißenthurm kommen dann breite Wiesen zwischen dem Radweg und dem Rhein, hier stehen auch in Sichtweite keine Häuser mehr.

Deutsches Eck in Koblenz

Aufnahmestandort:
N 50° 21′ 54.11″, O 7° 36′ 23.42″
Deutsches Eck in Koblenz

Ich stellte mich also unter eine Baumgruppe mitten auf die Wiese. Besonders geschützt war der Platz nicht, auch weil ständig Radfahrer und Spaziergänger vorbeikamen. Letztere natürlich über die Wiese und direkt an mir vorbei. Weil es so schön warm war blieb ich noch lange draußen sitzen, beobachtete die Leute und die vorbeifahrenden Schiffe. Als es dann dunkel wurde war es auch recht ruhig geworden.

Der Standplatz hatte natürlich einen großen Vorteil. Für morgen hatte ich mich ja mit einem Forumsmitglied, Jürgen, verabredet. Er wollte mich auf meiner morgigen Etappe ein Stückchen begleiten. Und da wo ich nun stand war auf jeden Fall sicher, daß er mich auch finden würde, denn zu übersehen war ich nicht.


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