Tagesdaten
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Datum So 24.09.06, 10:42-18:35
Strecke Wilhelmshaven - Varel - Mentzhausen - Elsfleth - Ganspe
  gesamt gefahren
Zeit 07:53:07 06:03:07
Schnitt 10,56 km/h 13,76 km/h
km/Vmax 83,29 km 28,1 km/h
Wetter 3 bft SO, bis 12,3 km/h
18,4°-24,8°, sonnig
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Meine TourenDeutschland ’06So, 24. September ’06

Planwagentour durch Deutschland, 34. Tag

24.09.06, Wilhelmshaven - Ganspe

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Diese Nacht war mal wieder ziemlich heiß gewesen. Zusammen mit dem Lärm von gestern Abend hatte ich also ziemlich unruhig geschlafen und kam erst recht spät raus. Erst gegen kurz vor elf Uhr fuhr ich dann los.

Erst mal mußte ich mitten durch Wilhelmshaven durch, was aber recht gut ging. Meist fuhr ich auf Nebenstraßen, zudem war am Sonntag Vormittag sowieso noch nicht viel los auf den Straßen. Hinter dem Flugplatz Mariensiel kam ich dann auch endlich wieder an den Weg am Deich.

Ehemaliger Campingplatz in Wilhelmshaven

Aufnahmestandort:
N 53° 34′ 55.56″, O 8° 7′ 38.95″
Ehemaliger Campingplatz in Wilhelmshaven

Dort ging es aber nicht weit, denn hinter Dangast ver­sperrte mir mal wieder ein Schaf­zaun den Weg. Also mußte ich zurück nach Dangast und dann erst mal der Landstraße folgen. Bald kam ich aber wieder an den Deich, aber auch dieses Mal nicht für lange. Denn schon in Höhe von Varel mußte ich wieder wegen eines Schafzaunes vom Deich weg. Ganz ehrlich, mit Anhänger macht es keinen besonderen Spaß, den Deich entlang zu fahren. Und das wohl nicht erst bei einem Planwagen, auch mit einem Kinderanhänger hätte man ähnliche Probleme.

Hinter Varel fuhr ich dann noch ein letztes Mal ein Stückchen hinter dem Deich, ehe ich mich bei Wapelergroden endgültig von der Nordsee verabschiedete. Nun ging es quer rüber nach Elsfleth an die Wesser.
Immer noch blies der Wind aus Südost, was mir die Fahrt ziemlich erschwerte. Und nun kamen auch noch sehr lange gerade Strecken, Ab Nordmentzhausen ging es zum Beispiel neun Kilometer geradeaus. Direkt in den Wind und bei zeimlich rauhem Asphalt. Und natürlich wieder das Gefühl, niemals anzukommen.

Deiche sehen überall gleich aus

Aufnahmestandort:
N 53° 29′ 13.25″, O 8° 3′ 11.43″
Deiche sehen überall gleich aus

Der schwierigste Teil der heutigen Etappe sollte aber noch vor mir liegen. In Elsfleth kam ich endlich an die Weser und fand auch auf Anhieb den ausgeschilderten Weserradweg externer Link. Der hielt aber gleich eine böse Überraschung parat.

Direkt hinter Elsfleth führt der Weserradweg an einer Bahntrasse entlang. Von Radweg darf man dabei eigentlich kaum sprechen, den es sah eher so aus, als hätte man etwa einen Meter breit Asphalt direkt auf den Bahndamm geklatscht. Links der Schotter vom Bahndamm und rechts ein Holzgeländer, denn der Damm ging noch weiter runter.

Radweg hinter’m Deich …

Aufnahmestandort:
N 53° 29′ 13.25″, O 8° 3′ 11.43″
Radweg hinter’m Deich …

Der Weg war auch keinesfall glatt, sondern recht holperig. Und da er an der Kante zum Bahndamm nicht gerade war mußte ich auch ziemlich aufpassen, mit dem linken Planwagenrad nicht in den dicken Schotter zu kommen. So ging es etwa einen halben Kilometer, bis ich auf einmal vor einer Rampe stand. Die Rampe kam ich zwar noch hoch, aber auf der Brücke, die daraufhin folgte, war der Radweg viel zu schmal, höchtens 80 cm.

Mir blieb also nichts übrig, als mein Gespann zurückzuschieben, denn wenden war ja unmöglich. Das Schieben war ziemlich schwer, nicht von der Anstrengung her sondern weil es praktisch unmöglich war, das Gespann mehr als ein oder zwei Meter gerade auf dem Weg zu halten. Und dann kamen natürlich noch jede Menge Radler, die nicht an mir vorbei konnten. Die mußten also alle mit ihrem Rad ein Stück den Damm hoch, damit ich langsam vorbeischieben konnte.

… leider nicht immer perfekt

Aufnahmestandort:
N 53° 24′ 19.84″, O 8° 11′ 26.5″
… leider nicht immer perfekt

Auf halber Strecke zurück kam dann eine Gruppe älterer Herren, die wohl auf einem Sonntagsausflug waren. Voller Tatendrang schlugen sie vor, mir zu helfen und den Planwagen umzudrehen. Das konnte natürlich nicht gehen, und das erklärte ich ihnen auch. Trotzdem meinte einer, unbedingt was tun zu müssen. Er packte also an das Dachgestell vom Planwagen und versuchte diesen hochzuheben. Dabei hätte er fast das Dachgestell abgerissen. Um das zu verhindern, habe ich ihn so laut angeschnauzt, daß er sofort losgelassen hat. Auf normales Reden hat er ja nicht reagiert.

Ein letzter Blick zurück nach Wilhelmshaven

Aufnahmestandort:
N 53° 23′ 24.44″, O 8° 12′ 32.08″
Ein letzter Blick zurück nach Wilhelmshaven

Jetzt wurde es natürlich richtig lustig. Nun fühlten sich die Herren natürlich in ihrer Ehre gekränkt und fingen im Chor an zu maulen. Wie blöd ich doch wäre, die angebotene Hilfe abzulehnen und auch noch frech zu werden. Ich war heilfroh, als der Club endlich weg war und mein Planwagen noch ganz.

Nachdem ich den Bahndamm geschafft hatte, mußte ich erstmal einen Alternativweg suchen. Auch das war nicht einfach. Auf einem Weg, auf dem mir auch noch ein Auto entgegengekommen war, stand ich plötzlich vor einem geschlossenen Tor. Als ich zurückfuhr, war da auf einmal auch ein verschlossenes Tor, wo ich doch erst vor wenigen Minuten dort vorbei gekommen war. Mir dämmerte, daß der Fahrer des Wagens gerade dabei war, die Tore zu schließen. Blödmann, er hätte mir ja auch mal was sagen können, als er mir entgegenkam. Zum Glück waren die Tore nicht abgeschlossen.

Gerade, gerade, gerade …

Aufnahmestandort:
N 53° 20′ 1.23″, O 8° 18′ 8.67″
Gerade, gerade, gerade …

Kurze Zeit später kam mir das Auto nochmal entgegen, nun hielt er auf einmal an und fragte mich, ob ich denn das Tor hinter mir wieder zugemacht hätte. Seinem fiesen Grinsen war deutlich anzusehen, wieviel Freude er daran hatte, mich in die Sackgasse fahren zu lassen. Ich habe nichts gesagt und bin einfach weiter gefahren, denn bei meiner Stimmung wäre das nicht freundlich gewesen, was ich ihm hätte sagen können.

Sackgasse für Planwagen

Aufnahmestandort:
N 53° 13′ 19.79″, O 8° 27′ 27.36″
Sackgasse für Planwagen

Alles in allem haben mich die Umwege seit Elsfleth über 6 Kilometer gekostet, und ich wollte nur noch eines: einen ruhigen Platz finden und für heute Schluß machen. Das allerdings stellte sich auch alles andere als einfach dar.

Ich war zwar kurz vor Ranzenbüttel wieder an dem Weg hinter dem Weserdeich, aber von nun an fuhr ich ununterbrochen durch Ortschaften. Ein Haus neben dem andern, Kilometer für Kilometer. Nur ab und zu mal ein Ortsschild welches darauf hinweist, daß die nun flogenden Häuser zu einem anderen Ort gehören.

Und nun zurück

Aufnahmestandort:
N 53° 13′ 19.79″, O 8° 27′ 27.36″
Und nun zurück

Als 5 Kilometer weiter immer noch kein Ende der Häuser in Sicht war, habe ich mich mitten in Ganspe einfach hingestellt. Eine hohe Hecke schützte mich wenigstens etwas vor den Blicken, aber ich stand direkt am Rand des Radweges. Trotzdem, hier blieb ich stehen, denn wer weiß, wie lang diese Orte noch sind.

Irgendwie hatte ich heute dann doch über 80 Kilometer geschafft und war bis kurz vor Bremen gekommen. Die Reststrecke nach Hause waren jetzt noch etwa 105 Kilometer. Wenn nichts besonderes dazwischen kommt, würde dies meine letzte Nacht auf der Tour werden, denn 105 Kilometer kann ich gut an einem Tag fahren.


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